Innovation und Dialog als Treiber

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© Thomas Brown, "DSC02197". www.flickr.com (CC BY-NC-ND 2.0).

Eine ressourcenschonende und -effiziente Wirtschaft braucht neue Lösungen. Wenn die Schweiz ihren Wohlstand halten will, muss dieser Wohlstand mit deutlich weniger Ressourcen erzeugt werden. Die Wirtschaft hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass dies auch möglich ist. Das Wirtschaftswachstum hat sich vom Ressourcenverbrauch zu entkoppeln begonnen. Doch für diese Entkopplung braucht es neue Technologien, mit denen bessere und teilweise neue Produkte und Dienstleistungen hergestellt werden. Das setzt eine Fülle von Innovationen voraus.

Die Schweiz ist dafür gut aufgestellt. Sie ist eines der innovativsten Länder der Welt. Mit den beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen, mit ihren Universitäten und Fachhochschulen und mit ihren zahlreichen spezialisierten Instituten verfügt sie über ein breites Netz von Forschungseinrichtungen, die in vielen Fällen Weltspitze sind. Die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit der Schweiz reicht von der Grundlagenforschung über die angewandte Forschung bis hinein in die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Unternehmen. Damit wird sichergestellt, dass die Wissenschaft und Forschung auf die Herausforderungen von Wirtschaft und Gesellschaft reagieren kann.

Um diese Herausforderungen wirksam zu lösen, werden die Forschungskapazitäten auch über die Fachbereiche gezielt zusammengefasst. Dazu trägt namentlich der Schweizerische Nationalfonds mit seiner Forschungsförderung bei. Auch im Rahmen des Aktionsplans «Koordinierte Energieforschung Schweiz» arbeiten viele Hochschulen fachübergreifend zusammen. Dazu wurden acht Kompetenzzentren der Energieforschung gebildet, die jeweils von einer Forschungseinrichtung koordiniert werden. Sie beschäftigen sich mit Themen wie energieeffizienten Gebäuden und Industrieprozessen, mit der künftigen Strominfrastruktur und der Wärmespeicherung, aber auch mit der Mobilität und dem Wandel im gesellschaftlichen Verhalten.

Die Schweiz verfügt über erprobte Instrumente, die Ergebnisse der Forschung in die Unternehmen zu tragen. Das wichtigste Instrument bildet die Kommission für Technologie und Innovation (KTI). Diese ermöglicht es den Unternehmen, gemeinsam mit Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen an konkreten Projekten zu arbeiten. Die Umwelttechnologieförderung des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) unterstützt die Entwicklung von Anlagen und Verfahren, welche die Umweltbelastung verringern. Das Leuchtturmprogramm des Bundesamtes für Energie (BFE) unterstützt Pilot- und Demonstrationsanlagen sowie –projekte, die der sparsamen und rationellen Nutzung von Energie oder der Nutzung erneuerbarer Energien dienen. Auch die einzelnen Hochschulen selbst engagieren sich in unterschiedlicher Weise im Wissens- und Technologietransfer. Technoparks helfen Start-ups der Hochschulen, neue Forschungsergebnisse in marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu übersetzen. Zahlreiche dieser Start-ups sind im Bereich der Grünen Wirtschaft tätig. So ist einer der weltweit bekanntesten Start-ups der Schweizer Grünen Wirtschaft, SolarImpulse der Flugpioniere Bertrand Piccard und André Borschberg, im Scientific Park der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne zuhause.

Der Bund hat darüber hinaus ein Instrument geschaffen, das ausdrücklich der Senkung des Ressourcenverbrauchs dient. Der Technologiefonds, der im CO2-Gesetz verankert ist, vergibt Bürgschaften an Unternehmen. Damit will er Innovationen fördern, die den Ausstoss von Treibhausgasen senken, den Einsatz erneuerbarer Energien begünstigen oder eben weniger Ressourcen verbrauchen.

Die Gesellschaft muss eine Grüne Wirtschaft mittragen. Innovation allein kann den Ressourcenverbrauch nicht angemessen senken. Deshalb braucht es einen breiten gesellschaftlichen Dialog, wie der Wohlstand des Landes auch in Zukunft nachhaltig gesichert werden kann. Dabei soll über die Ziele, Massnahmen und Beiträge der verschiedenen Akteure zu einer Grünen Wirtschaft und ihrer Weiterentwicklung diskutiert werden. Dieser Dialog findet zu einem grossen Teil in den dafür geeigneten Foren der Gesellschaft statt, in den Parteien, Organisationen und in den Medien. Eidgenössische und kantonale Abstimmungen tragen dazu bei, diesen Dialog anzuregen. So wird das Volk unter Umständen über die eidgenössische Volksinitiative „Für eine nachhaltige und ressourceneffiziente Wirtschaft (Grüne Wirtschaft)“ abstimmen, die im September 2012 eingereicht worden ist.

Der Dialog soll für die Notwendigkeit und die Chancen einer Grünen Wirtschaft sensibilisieren. Er wendet sich an alle, die einen Beitrag zur Lösung eines der grundlegenden Herausforderungen der Gegenwart leisten wollen: die Sicherung einer lebenswerten Zukunft für die heutigen und die kommenden Generationen in einer Zeit knapper werdender Ressourcen.

Letzte Änderung 10.11.2015

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