Die ressourcenschonende Wirtschaft nimmt Form an

Ein schonender Umgang mit den natürlichen Ressourcen kann ein gutes Geschäft sein. Viele Schweizer Firmen haben die Grüne Wirtschaft bereits in ihr Geschäftsmodell integriert. Mit Produkten und Dienstleistungen helfen sie auch ihren Kundinnen und Kunden, den eigenen Ressourcenverbrauch zu senken. Die folgenden Beispiele zeigen, wie vielfältig Grüne Wirtschaft ist. Viele andere Unternehmen engagieren sich ebenso für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur.

Klimafreundlich essen:

SV Group
Für klimafreundliches Essen setzt die SV Group unter anderem auf vegetarische Gerichte.
© SV Group

Die SV Group ist führend in der Schweizer Gemeinschaftsgastronomie. Täglich werden in über 300 Personalrestaurants und Mensen 100‘000 Menus frisch gekocht. Dabei setzt die SV Group gezielt auf Nachhaltigkeit. So bietet sie keine Spargeln und Erdbeeren ausserhalb der Saison an oder die eingeflogen werden müssen, da deren CO2-Emissionen bis zu zehnmal so hoch sind wie diejenigen heimischer Spargeln und Erdbeeren während der Saison. 2013 hat die SV Group gemeinsam mit dem WWF und weiteren Partnern das Klimaschutzprogramm ONE TWO WE entwickelt und lanciert. Damit werden ab 2016 im Vergleich zu 2012 insgesamt 6000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. Das Programm setzt vor allem auf die Aufwertung der vegetarischen Mahlzeiten. So wird u.a. saisonales Gemüse aus Gewächshäusern, welches entweder mit Erdwärme oder Fernwärme von Kehrrichtverbrennungsanlagen beheizt wird, verwendet. Bei all ihren Bemühungen ist der SV Group ein Aspekt sehr wichtig: Klimafreundliches Essen soll genussvoll und nicht als Verzicht oder gar als Bevormundung erlebt werden. Daher werden die SV Köche, deren Betriebe bei ONE TWO WE mitmachen, ins Kochatelier von Rolf Hiltl nach Zürich geschickt. Das Fazit nach zwei Jahren ONE TWO WE: Noch nie war vegetarisches Essen so fein wie heute! Gegenwärtig nehmen bereits über 100 Personalrestaurants und Mensen in der Schweiz am Programm ONE TWO WE teil.

SV Group: Publikationen

Saubere Erden für Schweizer Gärten:

Verarbeitung von Erden bei Ricoter.
© Ricoter

Erde ist die wertvolle Grundlage der Landwirtschaft und des Gartenbaus. Für die Aufwertung der Böden in Gärten, für Balkon- und Zimmerpflanzen werden traditionell hochwertige Böden etwa aus Torfgebieten verwendet. Doch der Abbau von Torf schadet der Umwelt. Oft werden dabei ganze Moorlandschaften zerstört, die wertvolle Lebensräume und zugleich wichtige CO2-Speicher bilden. In der Schweiz ist der Torfabbau daher seit 1987 verboten. Die Schweizer Firma Ricoter konnte für die Herstellung ihrer Erde Marke RICOTER 2014 erstmals vollständig auf Torf verzichten. Sie verwendet stattdessen als Grundlage ihrer verschiedenen Erden Material, das als Nebenprodukt in der Land- und Forstwirtschaft anfällt. Dazu gehört die Erde, die bei der Verarbeitung von Zuckerrüben abgewaschen wird – Ricoter ist eine Tochtergesellschaft der Schweizer Zucker AG. Dieses Material wird unter anderem mit Abfällen aus Sägereien vermischt. Damit kann die CO2-Emission der Erden über ihren gesamten Lebenszyklus markant gesenkt werden, ebenso wie ihr Biodiversitäts-Fussabdruck. Ricoter stellt jährlich rund 200.000 Kubikmeter Erden her.

Energieeffizient bauen für Mensch und Umwelt:

Schweizer-AG_Lehrlinge
Auszubildende der Ernst Schweizer AG. Die Firma setzt auf nachhaltige Produktion und nachhaltige Produkte.
© Ernst Schweizer AG

Die Ernst Schweizer AG, Metallbau mit Sitz in Hedingen ist ein selbständiges Familienunternehmen, das auf 95 Jahre erfolgreiche Entwicklung am Markt zurückblicken kann. Die vier Geschäftsbereiche Fassaden, Holz/Metall-Systeme, Fenster und Briefkästen sowie Sonnenenergie-Systeme bieten ästhetische und energieeffiziente Lösungen für die Gebäudehülle und Produkte zur Nutzung der Sonnenenergie. Die meisten Produkte von Schweizer entsprechend dem Minergie-Standard. Schliesslich hat die Gebäudehülle einen grossen Einfluss auf den Energieverbrauch des Baus. Die Ernst Schweizer AG ist zudem eine Pionierin der nachhaltigen Unternehmensführung und erfasst seit 1978 vergleichbare Nachhaltigkeitskennzahlen. Aus diesen geht hervor, dass Schweizer von 1978 bis 2013 trotz Verdoppelung des Umsatzes und der Mitarbeiterzahl nur einen leichten Anstieg von 12 Prozent beim Energieverbrauch zu verzeichnen hat, ungeachtet der Erweiterung durch neue Standorte, Gebäude und Produktionshallen usw. Die Treibhausgasemissionen konnten um 61 Prozent gesenkt werden, während der Anteil an erneuerbaren Energien bei Wärme und Strom um 63 Prozent erhöht wurde. Die Abkoppelung des Energieverbrauchs vom Umsatz und Produktionsvolumens eines Unternehmens ist also machbar. Dies zu erreichen bedingt eine Unternehmensstruktur und -kultur für die Führung und Organisation wie für andere betriebliche Vorgaben. Und die Umsetzung der im Leitbild verankerten Ziele muss in den Rhythmus und Alltag der Mitarbeitenden integriert sein.

Ernst Schweizer AG: Nachhaltigkeitsberichterstattung

Baumaterialien wiederverwerten:

BAZO Oberglatt Eberhard Unternehmungen
Anlage zur Vorbehandlung von belasteten Aushub-, Rückbau- und Industrieabfällen für die Verwertung oder Entsorgung.
© Eberhard Unternehmungen

Die Eberhard Unternehmungen sind seit mehr als 60 Jahren Spezialisten des Tiefbaus, der Altlastsanierung und der Baumaterialien – und von deren Wiederverwertung. Die Eberhard Recycling AG errichtete bereits 1993 die erste Waschanlage für Böden in Europa. Schon vorher hatte das Unternehmen mit der Aufbereitung von Bauschutt auf den Baustellen begonnen. Eberhard liefert Recyclingbeton und Recyclingkiesgemische. Das Unternehmen gehört zu den Pionieren des sogenannten Urban Mining, der Wiedergewinnung wertvoller Rohstoffe aus vorhandener Bausubstanz. Dazu gehört auch die Gewinnung von Metallen aus den Schlacken von Kehrrichtverbrennungsanlagen in einer eigenen Aufbereitungsanlage. Die Eberhard Unternehmungen verbrauchen viel Energie. Sie kompensieren ihren gesamten CO2-Ausstoss im Treibstoffbereich freiwillig in einem Projekt zur Wiederverwertung von Kühlgeräten in Brasilien. Die Anlage wird von der Schweizer Stiftung Fair Recycling betrieben.

Zuverlässige Wasserleitungen für ein Jahrhundert:

Rohrsysteme GF Piping Systems
Rohrleitungen mit langer Lebensdauer für die Trinkwasserversorgung und industrielle Anlagen.
© Theodor Stalder, GF Piping Systems Ltd.

Eine stabile Versorgung mit sauberem Trinkwasser braucht Rohrleitungssysteme mit einer langen Lebensdauer. Georg Fischer liefert sie. Das Schaffhauser Traditionsunternehmen stellt Leitungen und Verbindungsstücke aus Kunststoff her. Gegenüber vielen Metallrohren haben sie den Vorteil, korrosionsfrei und abriebfest zu sein und eine stets glatte Innenoberfläche zu haben. Bei fachgerechter Verarbeitung können sie bis zu hundert Jahre halten. Die Leitungen von GF lassen sich sicher verbinden und leicht montieren. Die Anwendungen decken alle Anwendungen des Wasserkreislaufes ab. Die Division GF Piping Systems betreut Kunden in 100 Ländern. Mit einem Umsatz von 1476 Millionen Franken (2014) ist sie inzwischen die grösste GF Division.

Letzte Änderung 07.07.2016

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