Ressourcen effizient nutzen

Mauer

Die Schweiz muss ihren Ressourcenverbrauch auf ein naturverträgliches Mass reduzieren. Die Übernutzung der globalen Ressourcen mit ihren Folgen wie Klimawandel, Verlust an Biodiversität oder gestörten Stickstoffkreisläufen wird uns teuer zu stehen kommen. Die Schweiz als ein kleines Land mit geringen natürlichen Ressourcen und einer offenen, exportorientierten Wirtschaft wird davon besonders stark betroffen sein. Umgekehrt senken der schonende Umgang mit den vorhandenen Ressourcen und ihr effizienter Gebrauch die Kosten für Unternehmen und Haushalte und schaffen neue Chancen für die Wirtschaft.

Die Erhöhung der Ressourceneffizienz ist ein gradueller Prozess. Hätten weltweit alle Menschen denselben ökologischen Fussabdruck wie die Schweizer, wären rund drei Planeten notwendig. Die Schweiz muss ihren Ressourcenverbrauch also reduzieren. Laut Berechnungen, die für das Bundesamt für Umwelt angestellt worden sind, kann die Umweltbelastung bis 2050 um 40 Prozent gesenkt werden. Selbst um dieses Ziel zu erreichen, sind aber intensive Anstrengungen nötig.

Mehr Ressourceneffizienz bedingt die Zusammenarbeit aller Akteure und internationale Zusammenarbeit. Dazu zählen auch die Unterstützung internationaler Standards und der Technologietransfer. Die Schweiz unterstützt zudem massgeblich ein Programm der UN-Entwicklungsorganisation UNIDO und des UN-Umweltprogramms UNEP, saubere Produktionsweisen in Entwicklungs- und Schwellenländern einzuführen. Das „National Cleaner Production Centres Network“ ist bereits in 47 Ländern präsent.

Haushalte, Unternehmen und die öffentliche Hand, alle können einen bedeutenden Beitrag leisten, die Ressourceneffizienz zu steigern. Besonders grosses Potenzial, nämlich über die Hälfte, liegt bei den Haushalten. Dort kann mit einem ressourceneffizienten Konsum die Umweltbelastung markant reduziert werden. Sie entscheiden mit der Wahl ihrer Wohnung, mit ihrem privaten Mobilitätsverhalten und auch mit ihrem Einkaufszettel, wie viel Ressourcen sie verbrauchen.

Technische Massnahmen tragen zum Reduktionspotenzial bei. Ein Beispiel dafür sind die immer effizienteren Verbrennungsmotoren von Personenwagen. Der CO2-Ausstoss von Neuwagen ist von durchschnittlich 188 Gramm pro Kilometer 2005 auf 130 Gramm 2015 gesunken. Auch in der Produktion und in der Beschaffungskette können effizientere Prozesse den Ressourcenbedarf senken.

Ressourcenschonende Alternativen von Materialien und Produkten helfen, den Verbrauch zu reduzieren. So belasten Wärmepumpen die Umwelt weniger als Ölheizungen. Auch die Verwendung von Holz statt Stahl etwa auf dem Bau entlastet in vielen Fällen die Umwelt: Stahl ist in seiner Herstellung energieintensiv, Bauholz dagegen speichert CO2.

Die Kreislaufwirtschaft bildet einen wichtigen Beitrag zur Ressourceneffizienz. Schon heute wird die Hälfte des Siedlungsabfalls in der Schweiz stofflich verwertet. Vor allem die Wiederverwertung von Metallen ist weit fortgeschritten. Bei der Nutzung von Elektronikabfällen ist die Schweiz weltweit führend. Viele nichtmetallische Stoffe dagegen sind nicht beliebig wiederverwendbar. Das zeigt die eigentlich erfolgreiche Wiederverwertung von Papier: Mit jeder neuen Nutzung wird die Faserlänge verkürzt. Damit kann Papier nach mehreren Nutzungen nur noch für Karton und schliesslich energetisch verwendet werden.

Effizienzsteigerungen senken aber nicht automatisch den Ressourcenverbrauch. In manchen Fällen haben sie sogar zu einem höheren Verbrauch geführt. So wurde die verbesserte Effizienz von Verbrennungsmotoren lange zumindest teilweise durch den steigenden Strombedarf der Autoelektronik kompensiert. Fernsehgeräte sind heute deutlich effizienter als ihre Vorgänger zur Zeit der Schwarzweiss-Fernseher. Sie sind aber auch wesentlich grösser und verbrauchen daher immer noch viel Energie. Solche sogenannten Rebound-Effekte müssen in einer Grünen Wirtschaft vermieden werden.

Neben der Stärkung der Ressourceneffizienz ist auch das Verhalten entscheidend. Selbst wenn das eigene Auto weniger Treibstoff verbraucht, kann man es in der Garage lassen und einen Spaziergang machen. Auch wenn das eigene Haus fast keine Energie mehr braucht, muss man es nicht auf eine grüne Wiese bauen. Die Technik allein kann das Problem der übernutzten Natur nicht lösen. Es braucht auch eine ressourcenschonende Lebensweise. Diese kann die eigene Lebensqualität durchaus erhöhen, indem sie eine auch dauerhaft intakte Umwelt ermöglicht.

Internationale Standards helfen bei der Orientierung. So zertifiziert der Marine Stewardship Council (MSC) nachhaltigen Fischfang. Fische und Meeresfrüchte, bei deren Fang auf die Erholung der Bestände geachtet wird und die Auswirkungen auf das Ökosystem minimiert werden, erhalten das MSC-Siegel. Im Schweizer Detailhandel sind MSC-Produkte sehr gut vertreten. Ein anderes Beispiel ist der Round Table for Sustainable Palmoil (Runder Tisch zur nachhaltigen Palmölproduktion, RSPO). Der internationale Verein formuliert Anforderungen an die Nachhaltigkeit der Palmölproduktion und setzt sie bei seinen Mitgliedern durch. Soweit auf Palmöl nicht verzichtet werden kann, sollte es aus möglichst nachhaltigem Anbau stammen. MSC wie RSPO gehen auf Initiativen der Umweltschutzorganisation WWF zurück.

Reffnet.ch – das Schweizer Netzwerk für Ressourceneffizienz in Unternehmen

Die Umwelt entlasten und dabei Material, Energie und Kosten sparen: Das Netzwerk Reffnet.ch unterstützt im Auftrag des Bundes Unternehmen, den Einsatz von natürlichen Ressourcen zu verbessern. Über seine Webseite und verschiedene Veranstaltungen informiert Reffnet.ch über den Nutzen und die Möglichkeiten eines effizienten Materialeinsatzes. Experten aus Hochschulen und Praxis analysieren individuell für jedes Unternehmen das Einsparpotenzial, schlagen Massnahmen vor und helfen bei deren Umsetzung. Die Unternehmen sparen dabei Material, Energie und Kosten ein und entlasten die Umwelt. Reffnet.ch ist als Verein organisiert und erbringt die vertraglich vereinbarten Leistungen im Auftrag des Bundes. Geschäftsstellen in der Deutsch- und der Westschweiz sowie dem Tessin stellen die Nähe der Experten zu den Unternehmen sicher. Die Wirkung der Massnahmen soll schweizweit mit einem Monitoring erfasst werden.

Hier finden Sie den Text RessourcenEFFizienz Schweiz REFF. Grundlagenbericht zur Ressourceneffizienz und Rohstoffnutzung (2013).

Letzte Änderung 17.07.2015

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