Konsum überlastet Ressourcen

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Die Schweiz lebt auf zu grossem Fuss. Wenn alle Menschen auf der Welt so konsumieren würden wie die Schweizerinnen und Schweizer, bräuchte es rund drei Planeten, um die Ressourcen für diese Lebensweise zur Verfügung zu stellen. Die Welt ist nicht gross genug, um unsere Lebensweise auf Dauer zu tragen.

Dabei verlagert die Schweiz ihren Ressourcenverbrauch zunehmend ins Ausland. Während die Ressourcenbelastung im Inland in den vergangenen Jahrzehnten stetig zurückgegangen ist, wurden zunehmend Ressourcen aus dem Ausland importiert. So ist die Umweltbelastung im Inland seit Mitte der 1990er Jahre bis 2011 gemäss einer Studie des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) von 2014 in der Schweiz um rund ein Drittel gesunken. Gleichzeitig aber sind die Importe von Umweltbelastung um über die Hälfte gestiegen. Die Schweiz verbraucht mittlerweile fast dreimal so viel Umwelt im Ausland als im Inland. Die verbesserte Qualität von Luft und Wasser in der Schweiz darf daher nicht darüber hinweg täuschen, dass ihr Ressourcenverbrauch immer noch zu hoch ist. Dies hat mit der internationalen Arbeitsteilung zu tun: Wenn ein Kleid oder ein Anzug im Ausland genäht werden, dann fallen dort die Umweltkosten an. Wenn der Wein aus dem Napa Valley statt aus dem Wallis kommt, dann belastet er in der Schweiz kaum noch die Umwelt – doch die Gesamtbelastung für die globale Umwelt steigt.

Die Ernährung liegt in Sachen Ressourcenverbrauch an der Spitze. Die Bereitstellung von Nahrungsmitteln macht 28 Prozent der gesamten Umweltbelastung durch den Konsum aus. Dabei ist die Belastung unterschiedlich verteilt. So machen Getreide, Kartoffeln, Stärke, Zucker und Nüsse fast ein Viertel des Volumens der Nahrungsmittel aus. Sie stehen aber für weniger als ein Zehntel der Umweltbelastung. Umgekehrt machen Fleisch und Fisch weniger als ein Zehntel des Volumens aus, stehen aber für fast ein Viertel der Umweltbelastung. Die Konsumentinnen und Konsumenten können ihre persönliche Umweltbelastung also mit dem Einkaufskorb steuern.

Wohnen und Mobilität bilden die anderen Konsumbereiche mit hoher Umweltbelastung. Der direkte Energieverbrauch im Wohnbereich, ein wesentlicher Bestandteil der Umweltbelastung, ist dank Fortschritten bei der Energiepolitik seit Jahren rückläufig. Er hat seit dem Jahr 2000 um ein Fünftel abgenommen. Das hängt vor allem mit dem Rückgang von Ölheizungen und der höheren Energieeffizienz von Neubauten zusammen. Die Konsumentinnen und Konsumenten können den Energieverbrauch durch ihr Wohnverhalten steuern.

Die Mobilität hat in der Schweiz in den vergangenen zwei Jahrzehnten markant zugenommen. Die Verkehrsleistung der Bahn ist um 50 Prozent gestiegen, diejenige des privaten Verkehrs immer noch um 12 Prozent. Dieser Anstieg konnte durch die höhere Umwelteffizienz der Bahn und den sinkenden Treibstoffverbrauch von Fahrzeugen nur teilweise kompensiert werden. Die Umweltbelastung des Verkehrs ist daher innerhalb von zwei Jahrzehnten um immerhin 20 Prozent gestiegen.

Die Konsumentinnen und Konsumenten entscheiden mit. Der Staat kann Rahmenbedingungen für die Einschränkung des Ressourcenverbrauchs vorgeben. Die Wirtschaft kann Produkte und Dienstleistungen entwickeln, die weniger Ressourcen verbrauchen. Aber diese Produkte und Dienstleistungen können nur Wirkung entfalten, wenn sie tatsächlich nachgefragt werden. Die Grüne Wirtschaft ist nicht nur eine Aufgabe für Unternehmerinnen und Unternehmer, für Forscher und Entwicklerinnen. Sie wird nur dann Realität, wenn sie von den Konsumentinnen und Konsumenten in ihrem Alltag getragen wird.

Letzte Änderung 01.09.2015

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