Stärkung der Ressourceneffizienz ist ohne weitere Regulierungen möglich

Von Hans Hess, 01.09.2015

Hans Hess: Präsident von Swissmem, Präsident des Verwaltungsrates der Comet Holding AG sowie der Reichle & De-Massari Holding AG, Mitglied des Verwaltungsrates der Kaba Holding AG sowie der Burckhardt Compression Holding AG, Vize-Präsident von economiesuisse.

Ressourceneffizienz ist im ureigenen Interesse der produzierenden Wirtschaft – gerade dann, wenn die Margen durch die Frankenstärke klein geworden sind. Die vorhandenen Ressourcen umsichtig und zukunftsorientiert zu nutzen, ist die Basis einer erfolgreichen Wirtschaft, und alles andere als neu. Viele Schweizer Industrieunternehmen nehmen diese Herausforderung schon seit vielen Jahren sehr ernst – sowohl als Verbraucher von Ressourcen als auch als Hersteller von ressourcenschonenden Geräten, Maschinen und Anlagen.

Der effiziente Einsatz von Brennstoffen und Materialien wird in der MEM-Industrie laufend optimiert. Sowohl in der Produktionsphase als auch in der Nutzungsphase dieser Produkte im In- und Ausland kommen diese Verbrauchsaspekte zum Tragen: Der Energieverbrauch der hiesigen MEM-Industrie beispielsweise konnte seit 1990 um 42% gesenkt werden. Und energie- und materialeffiziente Maschinen bringen dem Nutzer über ihre lange Einsatzdauer immense Vorteile in Form von Kosteneinsparungen. Es gibt viele gute Beispiele von Ressourceneffizienz in der Schweizer Industrie.

Eine ressourceneffiziente Wirtschaft benötigt allerdings gute politische Rahmenbedingungen, welche die Freisetzung von Unternehmertum und Innovationskraft ermöglichen. Die Wettbewerbsfähigkeit ist im Moment für viele exportorientierte Industrieunternehmen aufgrund der Frankenstärke stark strapaziert. Margen und Arbeitsplätze stehen unter Druck und konkrete Verlagerungsentscheide bahnen sich an. Nicht zu vergessen ist der anhaltende Fachkräftemangel und die Unsicherheit betreffend der Zukunft der Bilateralen Verträge mit der EU, die solche Entscheide zuungunsten des Schweizer Werkplatzes beeinflussen. Das Letzte was diese Unternehmen heute brauchen sind weitere Auflagen, weitere Bürokratie und weitere Einschränkungen in ihrem unternehmerischen Handeln.

Der globalen Ressourceneffizienz werden Verlagerungen in weniger innovative und weniger ökologisch agierende Drittstaaten sicher nicht zuträglich sein, noch weniger dem Schweizer Arbeitsmarkt und der Schweizer Volkswirtschaft. Die Schweiz hat es selbst in der Hand, nicht nur Standort für eine grüne Dienstleistungswirtschaft, sondern insbesondere auch für eine innovative, ressourceneffiziente Industrie zu sein. Dies erfordert aber, auf gesetzliche Überregulierungen und die damit verbundenen Einschränkungen konsequent zu verzichten. Was ökonomisch sinnvoll ist und von Kunden nachgefragt wird, muss weder gesetzlich geregelt noch subventioniert werden.

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Letzte Änderung 15.09.2015

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