Grüne Infrastruktur – Das Rückgrat zukünftiger Generationen

Von Hans-Peter Egler, 01.10.2015

Hans-Peter Egler

Hans-Peter Egler ist Geschäftsleiter der Stiftung Global Infrastructure Basel (GIB). Er verfügt über langjährige Erfahrung in der internationalen Zusammenarbeit und im Bereich Nachhaltigkeit. Vor seiner Tätigkeit bei GIB war er Leiter des Ressorts Handelsförderung beim SECO und dort zuvor zuständig für Investitionsförderungsmassnahmen und Exportfinanzierungen in Lateinamerika, Asien und Afrika. Hans-Peter Egler ist Volks- und Betriebswirt.

Infrastrukturanlagen wie Transportwege, Spitäler, Schulen, Abfallverwertungs-, Trinkwasser-, Wasseraufbereitungs- sowie Stromerzeugungsanlagen oder Häfen und Flugplätze bilden das Rückgrat unserer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung. Sie beeinflussen direkt oder indirekt die wirtschaftliche Prosperität, die gesellschaftliche Wohlfahrt und die Umwelt. Der weltweite Investitionsbedarf wird von der OECD allein im Transport-, Telekommunikations-, Elektrizitäts- und Wasserinfrastrukturbereich auf 53 Trillionen US-Dollar, respektive 2,5 Prozent des prognostizierten globalen Bruttoinlandsprodukts geschätzt. Diese immense Nachfrage unterstreicht den Stellenwert von Infrastrukturanlagen und verlangt nach zukunftsorientierten Lösungen.

Auch die Schweiz muss ihre Infrastruktur weiter erneuern und ausbauen, um ihre Standortattraktivität und Wettbewerbsfähigkeit nicht zu gefährden. Der erhöhte Bedarf an Infrastrukturanlagen ist auf Bevölkerungswachstum, wirtschaftliche Entwicklung, die Verstädterung, der technische Fortschritt sowie die Überalterung bestehender Infrastruktur zurückzuführen.

Gemäss der Internationalen Energieagentur (IEA) sind Städte für 70 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen und 70 Prozent Energieverbrauchs verantwortlich. Die Umsetzung „grüner“ Wirtschaftsziele könnte deshalb besonders im städtischen Infrastrukturbereich eine grosse Wirkung erzielen. Wie wir unsere urbanen Zonen entwickeln, ist deshalb für unseren ökologischen Fussabdruck – bestimmt durch den Verbrauch an Energie und natürlichen Ressourcen – massgebend. Entwickeln wir unsere Infrastruktur auf bisherigem Niveau weiter, führt dies unweigerlich zu gravierenden Umweltrisiken und gegebenenfalls zu hohen Reparaturkosten.

Wie wird die Schweiz dieser Entwicklung entgegenwirken? Werden Umweltaspekte, aber auch soziale Elemente, bei Bau- und Modernisierungsvorhaben von Infrastrukturanlagen berücksichtig, beeinflussen diese positiv die Umwelt und Gesellschaft. Durch den effizienten Einsatz von Energie und Ressourcen werden nicht nur der Ressourcenverbrauch verringert und die Emissionen gesenkt, sondern auch die Betriebskosten reduziert. Ferner beeinflussen „grün“ ausgerichtete Infrastrukturanlagen auch über ihre Zulieferketten die Produktion von Gütern und Dienstleistungen positiv. „Grünes“ Wirtschaftswachstum wird damit zusätzlich gefördert und weitere „grüne“ Arbeitsstellen werden generiert.

Die Berücksichtigung von Umweltaspekten und deren Auswirkungen spielen letztlich auch eine entscheidende Rolle beim Risikomanagement: Risiken, wie beispielsweise vermehrt auftretende klimabedingte Hochwasser, müssen frühzeitig in die Planung von Infrastrukturanlagen miteinbezogen werden. So können Risiken entschärft werden, bevor sie Schaden und Kosten verursachen oder sogar Menschenleben gefährden.

Damit steht fest: Grüne Infrastrukturanlagen, vor allem in urbanen Zonen, sind ökonomisch sinnvoll und tragen zu einer Risikoverminderung bei. Gleichzeitig haben sie positive Wirkungen auf Umwelt und Gesellschaft. Entsprechende Rahmenbedingungen für eine grüne Wirtschaft vorausgesetzt, könnten diese Wirkungen sogar weiter verstärkt werden, für uns und unsere nachfolgenden Generationen.

Hinweis der Redaktion: Einzelne Beiträge stellen die persönliche Sichtweise einer Autorin oder eines Autors dar. Das politische Meinungsspektrum wird über die Zeit und die Vielzahl der Beiträge abgebildet. Redaktionelle Grundsätze

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Letzte Änderung 30.09.2015

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