Innovation als Triebfeder für die nachhaltige Wirtschaft

Von Ernst A. Brugger, 19.06.2015

Ernst A. Brugger

Ernst A. Brugger: Gründer und Verwaltungsratspräsident der BHP – Brugger und Partner AG; Verwaltungsratspräsident der BlueOrchard SA, von Lausanne Hospitality Consulting, der Precious Woods Holding, der sanu future learning ag, der SV Group AG sowie Verwaltungsratsmitglied weiterer Unternehmungen wie BG Bonnard & Gardel Holding S.A. und Energie 360º.

Gemäss allen Rankings ist die Schweizer Wirtschaft eine der fünf besten der Welt. Wettbewerbsfähigkeit und damit Innovationskraft sind hoch, der Arbeitsmarkt funktioniert effizient, der kürzlich erlittene Währungsschock provoziert zwar verständliche Klagen, vorwiegend jedoch weitere Leistungssteigerungen. Und dies, obwohl unser Land vergleichsweise wenig hochwertige natürliche Ressourcen besitzt.

Oder vielleicht deshalb? Die Kargheit an natürlichen Ressourcen war und ist nämlich eine der wichtigsten Antriebsfedern für den schweizerischen Erfolg: sie bewirkt einen effizienteren Umgang mit Ressourcen. Soweit vergleichbare Statistiken vorliegen, befindet sich die schweizerische Wirtschaft bezüglich Energie-, Wasser- und Rohstoffeffizienz in der weltweiten Spitzengruppe. Schweizerische Innovationen für nachhaltigere Materialien, energiesparende Systeme und intelligente Bausysteme erobern weltweit Märkte. Der „grüne Cluster“ der schweizerischen Wirtschaft wächst überdurchschnittlich rasch mit markantem Exporterfolg.

Wichtigste Antriebsfeder dieser Dynamik ist unternehmerisches Eigeninteresse: effizienterer Einsatz von Ressourcen schafft Kostenführerschaft, innovativere Verfahren begründen Wettbewerbsvorteile, nachhaltige Produkte und Dienstleistungen stärken Kundenbeziehungen und ein daraus resultierendes gutes Image zieht beste Fachleute und Partner an. Ein Beispiel: Die SV-Group, eines der führenden Schweizer Unternehmen für Personalgastronomie, hat 2013 das Programm http://www.one-two-we.ch/de eingeführt, um die Umweltbelastung in den Restaurants markant zu senken. Bei gleichem Genuss für die Kundinnen und Kunden kommen die Menus mit weniger Flugwaren, weniger Produkten aus fossil beheizten Gewächshäusern, weniger Fleisch, weniger Energieverbrauch und weniger Abfall aus. Das schont Klima und Umwelt, ist gesund und rechnet sich auch wirtschaftlich.

Nachhaltigkeit bedeutet im Kern Innovationsfähigkeit und -wille. Dieser kann stimuliert werden durch innovationsfreundliche Rahmenbedingungen und zukunftsgerichtete Forschung und Ausbildung an unseren Hochschulen wie auch im potentialreichen dualen Ausbildungssystem. Die aktuelle Diskussion um eine neue Generation von Innovationsparks in der Schweiz bedeutet eine enorme Chance für nachhaltige Innovationsprozesse und -produkte – und damit zur Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz.

Und die weltweite Nachfrage wächst zweistellig. Besonders eindrücklich ist der globale Bedarf nach intelligenten, ressourceneffizienten Lösungen im Infrastrukturbereich. In China, Indien und Brasilien liegen bewilligte Infrastruktur-programme in Rekordhöhe vor. Das chinesische „Exportprogramm“ im Infrastrukturbereich erreicht für die nächsten 10 Jahre eine bisher nie gesehene Grössenordnung und dürfte durch die neue asiatische „Weltbank“ verstärkt werden. Die Entscheidung der chinesischen Führung, den eigenen, rasanten Urbanisierungsprozess vermehrt mittels intelligenter, ressourceneffizienter Lösungen zu gestalten, schafft starke Nachfrage für nachhaltige Systeme, Produkte und Dienstleistungen.

Grüne Wirtschaft ist nachhaltige Wirtschaft. Sie wächst international schneller denn je. Die Herausforderungen werden zu Chancen für Unternehmen mit zukunftsbildenden Geschäftsmodellen. Der Marktanteil der Schweiz müsste im unternehmerischen und volkswirtschaftlichen Eigeninteresse zunehmen.

Hinweis der Redaktion: Einzelne Beiträge stellen die persönliche Sichtweise einer Autorin oder eines Autors dar. Das politische Meinungsspektrum wird über die Zeit und die Vielzahl der Beiträge abgebildet. Redaktionelle Grundsätze

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Letzte Änderung 15.09.2015

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