Abfall als Ressource – Trialog gestartet

Von Stephan Attiger, 17.08.2015

Stephan Attiger

Stephan Attiger ist Regierungsrat im Kanton Aargau und Vorsteher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt. Er ist Verwaltungsrat der Axpo Holding AG und vertritt den Kanton Aargau in verschiedenen kantonalen Konferenzen. Absolviert hat Stephan Attiger eine Berufs- und verschiedene Wirtschafts- und Managementausbildungen. Er ist Mitglied der FDP.

Ressourcen-Trialog zur Zukunft der Abfall- und Ressourcenwirtschaft der Schweiz
Die Abfallwirtschaft der Schweiz steht mitten in einem Transformationsprozess. Dies stellt die verschiedenen Akteure der Abfall- und Recyclingbranche vor neue Herausforderungen – insbesondere auch uns Kantone als Vollzugsbehörden. In einem breit abgestützten Dialogprozess unter dem Namen „Ressourcen-Trialog“ engagiert sich der Kanton Aargau an vorderster Front, mit den betroffenen Akteuren in der Schweiz ein gemeinsames Verständnis darüber zu entwickeln, wie sich der optimale Umgang mit Abfall als Ressource auf lange Sicht entwickeln sollte. Die Startsitzung zum Trialog fand am 17. August 2015 in Bern statt.

Weshalb ein Ressourcen-Trialog?
Der Fokus der Abfallwirtschaft liegt heute nicht mehr auf der Vermeidung von Umweltauswirkungen, sondern zunehmend auf der stofflichen und energetischen Nutzung des Abfalls als wertvolle Ressource. Mit dem Einsatz von Abfällen als Rohstoff werden Stoffkreisläufe geschlossen, natürliche Ressourcen geschont, die Ressourceneffizienz gesteigert und somit ein Beitrag zu einer Grünen Wirtschaft geleistet. Dieser Veränderungs- und Optimierungsprozess ist mit Investitionen sowie entsprechenden Risiken verbunden und bringt für die verschiedenen Akteure neue Herausforderungen. Eine zunehmende Anzahl privater Akteure im Markt führt zu erhöhtem Koordinationsbedarf, z.B. zwischen öffentlich-rechtlichen Institutionen mit dem Auftrag zur Grundversorgung und privaten Unternehmen der Abfall- und Ressourcenwirtschaft. Konsumenten, Handel und produzierende Wirtschaft wünschen schlanke, ökonomische und gleichzeitig ökologische Lösungen. Der Bund und wir Kantone sind in diesem Gefüge als Regulatoren gefordert.

Was ist das Ziel?
Der Begriff "Trialog" steht für eine moderierte, strukturierte, fachlich fundierte und zielorientierte Auseinandersetzung zu einem gesellschaftlich bedeutenden Thema. Mit dem Ressourcen-Trialog soll ein breit abgestützter Dialogprozess über den Umgang mit Abfall, dessen Bedeutung als Ressource und die Rolle der verschiedenen Akteure geführt werden. Die Entwicklungen und Herausforderungen in der Abfall- und Ressourcenwirtschaft sollen analysiert und mögliche Lösungsansätze für eine Ressourcenwirtschaft der Zukunft erarbeitet werden. Dieser Trialog bietet die Chance, – zusammen mit massgebenden und von der Thematik betroffenen Verbänden und Institutionen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik – eine Auslegeordnung zum Thema "Abfall als Ressource" zu machen und voneinander zu lernen. Unter anderem sollen die Erkenntnisse aus dem Trialog als wichtige Grundlagen für ein Leitbild für die Abfallwirtschaft 2030 dienen.

Wer steht dahinter?
Hinter dieser Idee steht eine Initiative von Swiss Recycling (SR), des Verbands der Betreiber Schweizerischer Abfallverwertungsanlagen (VBSA) und des Kantons Aargau. Zudem konnten das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und economiesuisse als Partner für den Trialog gewonnen werden. Der Trialog begann am 17. August 2015 mit einer Startsitzung in Bern und wird voraussichtlich im Jahr 2017 abgeschlossen sein.

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Letzte Änderung 15.09.2015

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